Equal Care Day: Wenn die mentale Gesundheit leidet

Am 1. März findet unter dem Motto #GemeinsamLauter der Equal Care Day statt. Der Aktionstag soll darauf aufmerksam machen, dass noch immer ein Großteil der Sorgearbeit von Frauen übernommen wird. Unter „Sorge“- oder auch „Care-Arbeit“ werden unbezahlte Tätigkeiten beispielsweise im Haushalt, bei der Kinderbetreuung oder der Unterstützung von Angehörigen verstanden.

So leisteten im Jahr 2022 Frauen in Niedersachsen pro Woche durchschnittlich 8 Stunden und 42 Minuten mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Das entspricht einer nicht vergüteten Mehrarbeit von insgesamt 40,1%. Ein Großteil der von Frauen durchgeführten Care-Arbeit beinhaltet das Putzen und Waschen, danach folgen die Küchenarbeit und das Einkaufen.
Niedersächsische Männer wiederum bringen die meiste Zeit der unbezahlten Arbeit für die Gartenarbeit oder handwerkliche Tätigkeiten auf. Dies ändert jedoch nichts an der deutlichen Ungleichverteilung zwischen den Geschlechtern. Die Folge: Frauen arbeiten oftmals in Teilzeit, wodurch sie ein geringeres Gehalt und später eine deutlich geringere Rente bekommen. Zugleich stehen dem Arbeitsmarkt weniger personelle Ressourcen zur Verfügung – und das trotz des zunehmenden Fachkräftemangels.

Doch auch ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion um Care-Arbeit häufig vergessen wird, spielt eine bedeutsame Rolle, wie Niedersachsens Gesundheits- und Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi findet: „Zur unbezahlten Arbeit von Frauen gehört längst nicht nur der körperliche, sondern gleichermaßen der mentale Aufwand. Dazu zählen all jene Tätigkeiten, die nicht sichtbar und doch unverzichtbar sind für ein familiäres Zusammenleben, wie z.B. die Terminplanung oder Entscheidungsfindung. Auch hier sind es oftmals die Frauen, die vergleichbare Arbeiten übernehmen, weil sie häufig dazu erzogen wurden und es daher eher ihrer sozialen Rollenerwartung entspricht. Dies kann im schlimmsten Fall zu psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Burnout führen. Aus diesem Grund benötigen wir im Sinne der mentalen Gesundheit ein grundsätzliches Umdenken, welches wir nur über die partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit erreichen.“

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung

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